Am 31.08.2015 wurden wir in den Abendstunden zu einem Waldbrand nahe des Carolafelsens alarmiert. Mehrere Anrufer hätten diesen Waldbrand bestätigt, so die Aussage der Integrierten Rettungsleitstelle Dresden.
Mit uns wurden auch die Kameraden aus Prossen, sowie der Kreisbrandmeister alarmiert. Somit konnten wir mehrere Teams zur Erkundung der Brandstelle los schicken. Auch wenn der Brand bereits aus Mittelndorf erkennbar war, konnte die Brandstelle aufgrund der Dunkelheit nur erschwert ausfindig gemacht werden. Deshalb forderte der Kreisbrandmeister Luftunterstützung durch die Landespolizei an, welche uns dann gegen 22:45 Uhr die genauen Koordinaten übermitteln konnten. Somit bestätigte sich unsere Vorahnung, dass sich dieser Brand auf dem Riff am Sandlochturm befindet. Mit diesen Infomationen begab sich die Einsatzleitung mit dem Revierförster auf den Fussmarsch zum Brandherd. Dieser konnte nach einem anstrengenden Aufstieg gegen 23:30 Uhr ausfindig gemacht werden. Wie wir zu dieser abgelegenen Stelle Wasser hin fördern sollten, war uns nur schwer vorstellbar. Die Kameraden konnten die Lageerkundung gegen 1:30 Uhr vorerst beenden und hatten sich bis dahin bereits Gedanken gemacht, welche Einheiten am nächsten Morgen alarmiert werden müssen.

Gegen 6 Uhr Morgens heulen rings um Bad Schandau die Sirenen, sowie die Funkmelder der Kameraden. Nach und nach sammeln sich alle Einheiten in der Wache Bad Schandau, nach einer kurzen Einweisung durch den Stadtwehrleiter geht es im Konvoi zur Einsatzstelle. Einige Kameraden steigen mit Haken und kleinen Wasserrucksäcken auf, um das Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Die Kameraden der Bergwacht Bad Schandau bauen aufgrund der Gegebenheit mehrere Seilgeländer und Sicherungsstrecken auf. Andere Einheiten beginnen eine Lange Wegstrecke von der unteren Affensteinprommenade bis zur Einsatzstelle auf zu bauen. Zeitgleich wird die Option zum Einsatz eines Hubschraubers der Bundespolizei entschieden. Denn zu diesem Zeitpunkt war es nicht absehbar, ob die letzte Verstärkerpumpe der Langen Wegstrecke den Anstieg von 40 Höhenmetern auf das Plateau schafft. Gegen 11:30 Uhr trifft der Hubschrauber ein und beginnt unverzüglich das Wasser aus der Elbe über den Brandherd abzulassen. Gegen Mittag gelingt es die Wasserförderung zu beginnen. Mit dieser Kombination ist endlich eine Wirkung gegen das tief in den Waldboden gefressene Feuer zu sehen. Die Kameraden löschen bis in die Abendstunden und können ca. 80% des Brandes eindämmen.

Am nächsten Morgen geht es weiter, erneut heulen ringsum die Sirenen und der Kampf geht weiter. Es sind noch einige Glutnester, teilweise in den tiefen Schluchten des Felsmassiv. Kurz vor dem Mittag kann dann "Feuer aus" gemeldet werden und der Abbau der Strecke kann beginnen. Bis 14 Uhr ist alles auf den Fahrzeugen verlastet und mit der Abschlussrede der Einsatzleitung ist der anstrengende und zeitintensive Einsatz beendet.

Leider wurde dieser Brand wieder einmal durch illegales Feuern, fernab vom Weg verursacht. Die Verursacher sind geflüchtet.

 

Ein großer Dank gilt allen beteiligten Kameradinnen und Kameraden, den Mitarbeitern des Sachsenforst sowie der Nationalparkverwaltung, welche wesentlich zum Erfolg des Einsatzes beigetragen haben!

Fotos: Feuerwehr Bad Schandau

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Pressemitteilung Nationalparkverwaltung / Feuerwehr
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