Wie fühlt sich ein Berufsfeuerwehrmann?

Das konnten die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Bad Schandau – Porschdorf vom 28. – 30.11.2023 bei den diesjährigen „Tagen der Berufsfeuerwehr“ persönlich erfahren.

Bei diesem besonderen Wochenende erlebten die Kinder, wie man sich fühlt, wenn in den unmöglichsten Situationen (z.B. direkt zum Aufstehen) die Sirene geht und man zu einem Einsatz gerufen wird.

Die Ausbilder der Jugendfeuerwehr hatten sich dafür verschieden Szenarien ausgedacht und vorbereitet. 

Los ging es am Samstag jedoch erstmal mit einer Gruselwanderung in Ulbersdorf. Der dortige Märchenturmverein hatte mit viel Liebe zum Detail eine Strecke durch ein kleines Wäldchen präpariert, die es galt zu überwinden. Im wahrsten Sinne des Wortes hat es die Kinder wirklich sehr viel Überwindung gekostet, mit uns als Begleitung die Strecke zu absolvieren.

Nachdem wir wieder zurück im Gerätehaus Bad Schandau – unserem Stützpunkt für das Wochenende – angekommen waren, ließ der erste Einsatz nicht lang auf sich warten.

Brandmeldeanlage Therme hieß das Einsatzstichwort. Zuerst waren alle sehr aufgeregt, als die Sirene ging. Manche mussten 2-3mal zurücklaufen, da die Hälfte der Uniform fehlte, andere erkannten noch nicht, dass man sich in so einem Moment etwas zügiger bewegen sollte ;-). Nachdem alle komplett ausgerüstet waren, wurden die einzelnen Fahrzeuge und die entsprechenden Funktionen verteilt und ab ging es zum Einsatzort. An der Therme Bad Schandau angekommen, machte sich der Angriffstrupp auf den Weg in den dunklen Keller zur „Personensuche“. Glücklicherweise wurde „Papa Schlumpf“ gefunden und mit Hilfe einer Trage nach außen gebracht.

Nachdem alles wieder auf den Fahrzeugen verstaut wurde, fuhren wir zurück ins Gerätehaus und machten uns für die Nacht fertig.

Am Sonntagmorgen schrillte gegen 7.00 Uhr wieder die Sirene. Diesmal lief alles etwas zügiger ab, obwohl einige Kinder (wie im echten Leben) unter ihrer Einsatzuniform noch den Schlafanzug trugen. Dieses Mal lautet des Einsatzstichwort Brandmeldeanlage Helvetia.

Auf dem Weg dahin erreichte uns von unserer „eigenen kleinen Leitstelle“ der Funkspruch: „Einsatzabbruch“. So kehrten wir zurück ins Gerätehaus – einige Kinder fanden dies nicht so schön. Dabei erklärten wir ihnen, dass auch dies im wahren Leben teilweise vorkommt.

Ein Gutes hatte dieser Fehlalarm – alle Kinder saßen pünktlich beim Frühstück ;-).

Gegen 9.00 Uhr erreichte uns erneut ein Einsatz – dieses Mal Verkehrsunfall mit verletzter Person, Motorradfahrer und auslaufender Flüssigkeit auf dem Querweg in Porschdorf.

An der Einsatzstelle angekommen, wurde das verunfallte Fahrzeug gesichert, die verletzte Person aus dem Fahrzeug befreit und der Motorradfahrer dem Rettungsdienst übergeben. Parallel kümmerte sich eine Gruppe um die Beseitigung der Ölspur. An dieser Stelle gilt ein riesiger Dank dem Christopher, der in seinem Urlaub uns mit dem Rettungswagen bei der Umsetzung dieses Einsatzszenarios unterstützt hat.

Nach dem Mittagessen ertönte die Sirene zum 4. Mal. Einsatz in der Kita „Elbspatzen“. Vor dem Gebäude erwarteten uns dicke Nebelschwaden und eine aufgeregte Erzieherin, die im verqualmten Gebäude ein „Kind“ vermisste. Nachdem der Überdruckbelüfter zum Einsatz kam, wurde nach der vermissten „Person“ gesucht. Auch bei diesem Einsatz konnte „Papa Schlumpf“ mit einer Trage gerettet werden.

Nach Einsatzabschluss wurde im Gerätehaus für ein wenig Ordnung gesorgt, bis kurz vor 16 Uhr zum letzten Mal die Sirene heulte. Nun lautete das Einsatzstichwort „Brand Elbwiese“. Bei diesem Einsatz waren die Kinder sehr aufgeregt, das es sich um einen Einsatz mit „Schaulustigen“ handelte. Die eingeladenen Eltern erwarteten uns bereits an der Elbe unterhalb der Therme. Bei diesem Einsatz galt es ein richtiges Feuer zu löschen. Dafür wurde eine Wasserversorgung von der Elbe als offenes Gewässer aufgebaut. Kurze Zeit später konnte der Einsatz abgeschlossen werden.

Den Abend ließen wir bei Pizza und einigen Teamspielen gemütlich ausklingen. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück brachten wir das Gerätehaus wieder in seinen Urzustand ;-).

Während des Wochenendes bekamen die Kinder und Jugendlichen ein kleines Gefühl, was es heißt, Berufsfeuerwehrmann oder –frau zu sein. Ganz nebenbei konnten wir Ausbilder ihnen feuerwehrtechnisches Wissen auf eine andere Art vermitteln.

 

Ein großes Lob an alle Kinder und Jugendlichen, die diese zwei anstrengenden, aber auch aufregenden Tage so super gemeistert haben.

Ebenfalls möchten wir uns bei allen Unterstützern bedanken, z.B. der Feuerwehr Ulbersdorf, der Toskana Therme Bad Schandau und dem Restaurant Gambrinus um nur einige hier zu nennen.

 

 

Die Ausbilder der Jugendfeuerwehr Bad Schandau - Porschdorf